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Das im Stil eines großen Herrenhauses um 1709 errichtete Jagdhaus – oft auch als Jagdschloss bezeichnet - gilt als herausragendes Kleinod barocker Baukunst im Muldental.

Barockes Kleinod

Das im Stil eines großen Herrenhauses um 1709 errichtete Jagdhaus – oft auch als Jagdschloss bezeichnet - gilt als herausragendes Kleinod barocker Baukunst im Muldental.

Schon von weitem grüßt das hohe Mansarddach die Besucher. Die straff gegliederte, reich bemalte Fassade zeigt sich in vollendeter Harmonie. 

Das Foyer im Erdgeschoss wurde beidseitig von vier starken Säulen getragen, um den Ausblick in den Großen Garten zu ermöglichen. 

Eine im Original erhaltene weitläufige Treppe führt in das Obergeschoss mit einem überraschend herrschaftlichen Festsaal, der von üppigem Stuck und einem großen Deckengemälde gekrönt wird. 

Der Bauherr

Wolf Dietrich von Erdmannsdorff (1648 - 1723) war Oberhofjägermeister und Ältesten-Minister im Kabinett des sächsischen Kurfürsten Friedrich August I. und späteren Königs von Polen August II. - genannt “August der Starke”.

Als „Erb-, Lehn- und Gerichtsherr“ bewohnte und bewirtschaftete er das Kössernsche Rittergut. Anfang des 18. Jahrhunderts ließ W. D. von Erdmannsdorff mehr als 45 Wohnhäuser errichten. 

Die Krönung seines Bauschaffens war unbestritten das Jagdhaus mit dem gegenüberliegenden Kavalierhaus - als angemessener Rahmen für die seiner Stellung am Dresdner Hof geschuldeten Jagdgesellschaften und als Unterkunft für die adligen Gäste. 

Auch ein im „französischen Stil“ angelegter Garten und die herrschaftliche Schenke gehören zum Jagdhausensemble.

 

Der Architekt

Matthäus Daniel Pöppelmann (1662 – 1736)

Gesicherte Überlieferungen über den Baumeister fehlen. Jedoch gilt aufgrund der meisterhaften Architektur und der Ausführung der Details als gesichert, dass der Oberlandbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann für Entwurf und Ausführung verantwortlich war. 

Dafür spricht auch die Verbindung Erdmannsdorffs und Pöppelmanns mit dem Dresdner Hof und ihre Zusammenarbeit bei der Errichtung der Pöppelmannbrücke in Grimma. 

Von den Bauten des im Original erhaltenen Dresdner Barock existieren nur noch drei: 

der Zwinger, das Taschenbergpalais und – das Jagdhaus zu Kössern.

Das Leben im Jagdhaus

Das Jagdhaus diente dem Erbauer als Rahmen für die in der damaligen Zeit äußerst beliebten herrschaftlichen Jagdgesellschaften. Die reich bemalte Fassade und der Festsaal mit Kaminen und Deckengemälden zeugen vom Glanz, der einst hier entfaltet wurde.

Da W. D. von Erdmannsdorff kinderlos blieb, erbte sein Großneffe Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff den gesamten Besitz. Dieser berühmte Nachfahre war der erste bedeutende klassizistische Baumeister Deutschlands (Wörlitzer Park). 

Er verkaufte das Anwesen 1772 an Christian Friedrich von Abendroth, dessen Familie bis zur Enteignung 1945 im Besitz des Jagdhauses blieb. Jedoch verfiel das Haus infolge fehlender Nutzung zusehends. 

Erst eine umfassende Sanierung um 1960 - 1970 bewahrte das Jagdhaus - damals in Besitz der Gemeinde Kössern - vor dem Abriss. Nun belebten Kindergarten und Schule, Gemeindeamt und eine traditionelle Konzertreihe das Haus – bis nach 1990 wieder Leerstand und Verfall drohten. 

Mit Unterstützung der Gemeinde Großbothen (seit 2011 der Stadt Grimma) als Eigentümerin engagiert sich der im Jahr 2000 gegründete Jagdhausverein für die Erhaltung und Nutzung des Baudenkmals.

Regelmäßig werden Veranstaltungen unterschiedlichen Genres angeboten - von Klavierkonzerten über kammermusikalische Abende und literarisch-musikalische Programme bis hin zu Musikcafés. 

Sowohl namhafte Künstler als auch junge Talente treffen im Jagdhaus auf ein sachverständiges und begeistertes Publikum.

Der wegen seiner hervorragenden Akustik bekannte Festsaal mit einem Blüthner-Flügel und der weitläufige Jagdhausgarten bieten ein stilvolles Ambiente. 

Willkommen sind auch Touristen zu Führungen und Besichtigungen, Hochzeitspaare können hier den schönsten Tag ihres Lebens begehen, Firmen nutzen das Haus für Seminare, der Thümmlitzwaldchor probt für seine Auftritte und die Senioren der Region treffen sich regelmäßig in geselliger Runde.

Im Erdgeschoss haben das Büro des Jagdhausvereins und das centrum musicum  - eine private Klavierschule  - ihr Domizil gefunden.

 

 
Kontaktdaten:

Bernd Wagner
Kösserner Dorfstraße 1
04668 Grimma/Kössern

Telefon und Telefax: 034384-73931


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Webseite: Jagdhaus Kössern - Kleinod im Muldental


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