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Das kurfürstliche Barock- und Jagdschloss Börln

Durch meine vielfältigen Aktivitäten habe ich gelegentlich das große Glück, ganz besondere Immobilien kennenlernen zu dürfen und im Gespräch mit den Eigentümern unendlich viel über die Geschichte der Liegenschaften zu erfahren.

Kürzlich nun war ich auf Schloss Börln zu Gast. Ursprünglich hatte ich nur um die Erlaubnis gebeten, Fotos für diesen Beitrag auf region-leipzig.de machen zu dürfen. Als ich aber dann dort war und mit der Kamera überall um mich herum die vielen Eindrücke festhielt, gesellte sich der Eigentümer zu mir und fragte mich, ob ich Zeit und Interesse hätte, die Gebäude auch von Innen anzuschauen.

schlss boerln um1900Schloss Börln um 1900Keine Frage, beides hatte ich mitgebracht! Und es war wunderbar! Ich wurde durch sämtliche Gebäude geführt und habe so viel gelernt und erfahren, ich werde nur einen Bruchteil hier davon wiedergeben können! Schloss Börln befindet sich noch in der Sanierung, besser gesagt der Rekonstruktion und so habe ich bis auf eine Ausnahme auf Innenaufnahmen verzichtet. Die werde ich machen, sobald sich im Innern etwas mehr getan und das Schloss seine Pracht etwas weiter entfaltet hat.

Die Kapelle jedoch habe ich festgehalten. Ihre wahre Geschichte ist noch nicht gelüftet, aber eines ist sicher, sie ist sehr viel älter als das Schloss selber. Auch die geheimnisvolle Quelle, die vielleicht schon in der Jungsteinzeit von Urzeitmenschen genutzt wurde, habe ich gesehen. (Bitte lesen Sie alles zur Kapelle auf der Webseite des Schlosses, den Rahmen dieses kleinen Beitrags würde das sprengen.) Zunächst ist die Kapelle freigelegt und vom Schutt der Jahrzehnte, wenn nicht der Jahrhunderte, befreit worden. Auch hier an dieser mystisch/mysteriösen Stätte wird noch kräftig saniert und restauriert werden.

flurkarte1617Flurkarte 1617Das um 1617–1620 für den Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen erbaute Jagdschloss wurde bereits im Jahre 1617 auf einer Landkarte erwähnt. Das Schloss entstand auf den Resten einer Wasserburg, die seit mehr als 1000 Jahren von einem Wallgraben umgeben ist. Als Bodendenkmal steht der Wallgraben unter Denkmalschutz, dennoch wurde er im Laufe der Zeit zur Hälfte kanalisiert und gefüllt. Auch hier - wie auch im gesamten Schloss - ist der Eigentümer bestrebt, den ursprünglichen Zustand und somit den eigentlichen Charakter des Schlosses wieder herzustellen.

Die vielfältige Nutzung nach dem II. Weltkrieg hat unübersehbare und unschöne Spuren hinterlassen, die es nun Stück für Stück wieder zu eliminieren gilt. Das ehrwürdige Schloss diente unter anderem als:

  • Stützpunkt der sowjetischen Armee
  • Station für für Kriegswaisen
  • Schulbetrieb, Unterrichts- und Werkstätte
  • Aufnahmestelle für hilfsbedürftige Menschen
  • Alters- und Pflegeheim

Seit dem Jahre 2003 kümmert sich nun ein privater Investor liebevoll um Schloss Börln. Die Schlossanlage wird seit diesem Jahr Schritt für Schritt restauriert und als Familiensitz sowie für Kunstausstellungen und Kulturveranstaltungen genutzt.

Natürlich gehört zum Schloss auch ein Schlosspark. Der sehr alte Baumbestand umfasst alte Eichen, darunter eine am 1. April 1895 geweihte Bismarkeiche mit einem Gedenkstein aus Sandstein, alte Plantanen, Lärchen, Weymouth-Kiefern, Tulpenbäume sowie Kastanien und weitere Baumarten. Bis Kriegsende des II. Weltkrieges war der Schlossgarten für seine Rhododendren, Azaleen und griechischen Eiben berühmt. Diese gibt es aber (zur Zeit) nicht mehr.

Ein Storchenpärchen nistet auf dem Schornstein des ehemaligen DDR-Heizhauses des Schlosses. Der Schornstein zeigt jedoch eine arge Beugung, es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis er das zeitliche segnet... Aber der schöne Park mit dem angrenzenden Teich bietet natürlich auch noch vielen anderen Tieren eine Heimat, die sich in der Idylle und kaum gestört vom Menschen sehr wohl dort fühlen können.

Zum Schloss gehört neben den auch jetzt schon bewohnten Gebäuden 'Inspektorhaus' und 'Gärtnerhaus' eine Orangerie. Der Zustand dieses Gebäudes ist tragisch. Immer wieder wird es von Vandalen heimgesucht, die ihrer blinder Zerstörungswut ungehindert freien Lauf lassen. Da blutet einem das Herz, wenn man das sieht.

Durch Börln verläuft der weltbekannte Jakobsweg und im Schlosspark selber sind auch heute noch zahlreiche Markierungen mit der markanten Jakobsmuschel zu finden.

Besuchen Sie bitte unbedingt die Webseite von Schloss Börln! Dort finden Sie viele weitere Informationen zum Schloss und seiner bewegten Geschichte: www.schloss-boerln.de.

(c) Bilder im Text: Hauptarchiv, Dresden | R. Hinkel, Schloss Börln


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