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Das kulturhistorische Haus mit Ringelnatz-Sammlung

Das Renaissancegebäude mit malerischem Arkadenhof und Wendeltreppe aus Eiche ließ (1666-1668) der Patrizier Andreas Vockel umbauen.

1789 erwarb die Familie des Großkaufmanns (Rauchwaren) Gottlieb Sommer das Anwesen. Die Patrizier Familie Adam v. Lossow gehörte zwischen 1849 - 1920 zur letzten großbürgerlichen Familie, die dieses Anwesen bewirtschaftete.


17 Räume - 10 Themenschwerpunkte:

  • Vor- und Frühgeschichte, Lapidarium: Eiszeitl. Besiedlung und Christianisierung der Slawen
  • Vorratskeller mit Exponaten „Vom Keller bis zum Dach“ u.a. Musikspielerin auf dem Ofenkachelmodel „Das Gehör“
  • 6 Handwerke/Gewerke der Region/Stadt: (Bierbrauerei) /Bäcker, Schlosser, Feilenhauer, Buchdrucker/Schriftsetzter, Friseurhandwerk von Bader bis zu Coiffeur.
  • Mittelalterlicher Bischofssitz: Hl. Barbara, Steinskulptur, farbig gefasst 1499, Urkunde: Erwähnung Wurzens 961 durch Otto I. (2011 feiert die Stadt 1050 Jahre Wurzen), Pestkarren von 1607 mit Särgen, Liederschriften, Bischofsurkunde, Richtschwert des Jonus Apitz
  • 17./18. Jahrhundert: Aufklärung, Grundlagen des Bildungsbürgertums: Besonderheit: 300 jährige Postgeschichte der Region begründet von August dem Starken; Christian Schöttgen(Wurzen 1687 – 1751 Dresden), Historiker, Chronist der Stadt, Fabeldichter Magnus Gottfried Lichtwer (Wurzen 1719 – 1783 Halberstadt) Jurist und Dichter
  • Napoleon-Zeit, (Napoleon nächtigte vom 8. auf den 9.10.1813) im heutigen Museum, tags drauf folgte der König von Sachsen Friedrich August I.; Waffen, Fahnen, Uniformen, Gemälde von General Ferdinand von Funck, (Gemälde von Gustav Müller, Öl/L, 1898 Napoleons Gesandter u. königl. Diplomat; Biedermeier Möbel; Bürgerliche Revolution 1848/49, Restauration, Komponist Theodor Uhlig (Wurzen 1822 – 1853 Dresden),Freund Richard Wagners; Richard Püttner (Schmölln 1842-1913 München), Lithograph, Maler und Buchillustrator
  • Kinderspielzeug vom Rokoko bis zur Gründerzeit
  • Ilgen-Raum, Ehrenbürger Hans Hermann Illgen (Wurzen 1856 – 1940 Dresden) / u.a. Sponsor des Bildhauers Georg Wrba (München 1852 – 1939 Dresden), Leipziger Schule
  • Manufakturgeschichte und Industriegeschichte, speziell Tapeten- und Teppichfabrik- August Schütz (Hannover 17.6.1808 - 10.11.-1887 Wurzen) und seine Nachfahren, europaw. Anerkennung der Produkte; das Museum konnte 1999 das historisch wertvolle Musterarchiv mit über 3.000 Entwürfen als Leihgabe aufarbeiten (Musterbücher, Literatur,Musterstücken) befinden sich in der Stadtverwaltung (auf Anfrage zu besichtigen). Georg Bötticher (Jena 1849 – 1918 Leipzig), ab 1875 über 15 Jahre Musterzeichner für die Firma, zudem Schriftsteller und (Humor-)Dichter und Vater Ringelnatz
  • Joachim Ringelnatz (Wurzen 1883 – 1934 Berlin) Dichter, Schriftsteller, Rezitator Maler, Grafiker, und Mariner, lebte fünf Jahre in Wurzen, ab 1888 in Leipzig; das Museum beherbergt die deutschandweit größte Ringelnatz-Sammlung an Autographen, Erstausgaben, Fotos sowie Gemälde und Grafiken

Dazu gehörig:

Die Städtische Galerie im ersten Stock des Alten Rathauses, Markt 1, (ca. 3 m Deckenhöhe, 160 qm) ist eine gute Präsentationsebene, vorrangig für zeitgenössische Kunst und Gedächtnisausstellungen für Jubilare unter den heimischen Künstlern, aber Interims auch für das Kulturhistorische Museum und den Ringelnatz-Verein. Sie ist, ebenso wie der Arkadenhof des Kulturhistorischen Museums, ein idealer Ort für exklusive Veranstaltungen im Herzen der Stadt.

Das Ringelnatz-Geburtshaus, Crostigall 14 ist das Elternhaus von Hans Bötticher, der hier 1883 geboren mit den beiden Geschwistern und seinen Eltern bis Ostern 1888 lebte. Das Haus wird sporadisch für Ringelnatz-bezogene Themen zu Kabinett-Ausstellungen genutzt.

„Von Gedicht zu Gedicht“: Der Ringelnatz-Rundweg führt durch die Stadt, vorbei an Stelen mit Strophen aus Gedichten von Joachim Ringelnatz.

[Quelle: Frau Dr. Sabine Jung, Museum Wurzen]


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