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Ein Stück "Urwald" mitten in der Stadt

Leipzig ist doch immer wieder für eine Überraschung gut! Ob die nun positiv oder negativ ausfällt sei einmal dahingestellt... An diesem eisekalten Januartag 2016 zog mich die Karte nun in den Abtnaundorfer Park. Den kannte ich bislang noch nicht und das Symbol auf der Karte versprach auch eine Sehenswürdigkeit. Die Sonne schien, also stand dem Vorhaben nichts mehr im Wege.

Der Park fand sich recht schnell und als erstes begrüßte mich ein kleiner See oder Teich - ganz wie man möchte. Mittendrin in diesem Wasser eine Insel und auf der Insel ein Pavillon. Ich weiß gar nicht wie viele es davon in Leipzig und Umgebung gibt, aber offenbar ist ein Park ohne Pavillon so gut wie undenkbar... :) Ich mag Pavillons. Dieser hier aber irritierte mich. Was macht ein Pavillon auf einer Insel? Ohne Möglichkeit trockenen Fußes dorthin zu gelangen.

Die Künstlerin Franziska Möbius gibt auf Ihrer Webseite die Erklärung, ich zitiere hier an dieser Stelle: "Zwei historisch anmutende Figuren aus Drahtgewebe stehen am Ufer der Insel und auf dem Wasser. Sie sind leicht stilisiert, aber erkennbar als Reminiszenz an die Zeit der Parkgründung. Sie unterstreichen den bühnenartigen Charakter der Insel und fügen sich in das bereits vorhandene Ensemble des klassizistischen Pavillons mit der Plastik ein. Durch das halbtransparente Material werden sie zur Erscheinung, zur Ahnung davon, wie viele Menschen schon in diesem Park lustwandelten. Dazu gehörte auch Clara Schumann (geb. Wieck), die am 12.9.1840 gegen den Willen Ihres Vaters, ca. 90 Jahre nach der Entstehung des Abtnaundorfer Parks, Robert Schumann in der Schönefelder Dorfkirche geheiratet hatte. Clara Schumann kannte diesen Park sehr gut, wohnte doch in der Nähe eine gute Freundin. Wegen Geldsorgen verließ die Familie Schumann 1844 die Stadt Leipzig und zog nach Dresden, 1850 nach Düsseldorf. In dieser für die Familie schwierigen Zeit war es Clara, die u.a. mit Konzertreisen nach Dänemark und Russland die Situation verbessern konnte. Doppelt hell an dunklen Ufern."

Leider haben die Figuren - wie eigentlich auch der ganze Park - arg gelitten. Eine stand noch am Ufer - zumindest Teile davon - die andere lag im Wasser. Der Park selber erinnerte auch mehr an einen Urwald, als an einen Park. Abgebrochene Bäume, Morast, wilde Tümpel und so weiter und so fort. Nicht besonders einladend das Ganze. Und der Zustand ist erkennbar nicht auf den anhaltenden Winter zurückzuführen, ich bin sehr sicher, das sieht schon länger so dort aus. Ach ja, eine wilde Müllkippe durfte natürlich auch nicht fehlen...

Die angesprochene Sehenswürdigkeit war sicher das Schloss. Es ist jedoch in Privatbesitz und ziemlich gut abgeschottet, ich konnte es daher leider nicht besonders gut im Bilde festhalten. Es ist jedenfalls ein schönes Schloss, sowohl konnte ich sehen.


Gut - oder auch nicht - ich werde im Frühjahr noch mal hinfahren, vielleicht irre ich ja auch. Und werde wieder berichten.


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